EmpCo: Neue Regeln für grüne Versprechen – jetzt Werbetexte prüfen

By Oktober 1, 2026Blog
Lupe über einem grünen Blatt auf einer Broschüre, daneben Laptop und Herbstblatt – Symbol für den Faktencheck von Umweltversprechen.

Alles neu macht der Oktober – diesmal sogar die Spielregeln für grüne Versprechen.
Mit der EmpCo-Richtlinie ist ein kleiner Faktenchecker in unsere Werbetexte eingezogen.
„Nachhaltig“, „umweltfreundlich“ und „grün“ bekommen jetzt die Rückfrage: „Woran sieht man das?“
Also: Website auf, Broschüre raus – wir schauen unseren Worten auf die Blätter.

Worum geht’s?

Seit 27. September 2026 gelten in Österreich neue Regeln für Umweltwerbung gemäß EmpCo. Sie betreffen die Kommunikation mit Verbraucher:innen – auch bei kleinen Betrieben und Einzelunternehmen. Umweltversprechen müssen stimmen, klar sein und sich belegen lassen.

Bei diesen Begriffen bitte genauer hinsehen:
nachhaltig · umweltfreundlich · grün · klimaneutral · ökologisch · ressourcenschonend

Keine pauschale Verbotsliste: Für allgemeine Umweltversprechen braucht es eine nachgewiesene, anerkannte hervorragende Umweltleistung, die zur Aussage passt. Ein beliebiger Beleg genügt nicht.

Do’s: konkret werden

  • Den tatsächlichen Vorteil benennen und direkt bei der Aussage erklären.
  • Passende Nachweise bereithalten, etwa Zertifikate oder Messdaten.
  • Klar sagen, ob es um das Produkt, die Verpackung oder einen Arbeitsschritt geht.

Don’ts: zu viel versprechen

  • Aus einem einzelnen Vorteil ein „nachhaltiges Unternehmen“ machen.
  • Produkte wegen CO₂-Kompensation als „klimaneutral“ bewerben.
  • Eigene Nachhaltigkeitssiegel ohne entsprechendes Zertifizierungssystem oder staatliche Festsetzung verwenden.

Heikel → besser

Heikel: „Unsere umweltfreundliche Verpackung.“
Besser: „Der Versandkarton besteht zu 80 % aus Recyclingpapier.“

Heikel: „Wir produzieren ressourcenschonend.“
Besser: „Für Modell B benötigen wir pro Stück 20 % weniger Wasser als für Modell A (Produktionsdaten 2025).“

Beispielangaben: Nur verwenden, wenn sie tatsächlich zutreffen und belegt sind. Die Konkretisierung gehört gut sichtbar auf dasselbe Medium; ein weiterführender Link allein reicht dafür nicht.

Website auf. Broschüre raus. Kurz durchschauen.

  1. Suchen: Prüfen Sie Website, Folder, Kataloge, Social Media und Verpackungen auf Umweltversprechen. Auch ältere Inhalte zählen.
  2. Markieren: Was genau meinen wir – und welcher Nachweis liegt vor?
  3. Bei mir melden: Schicken Sie mir die Fundstellen als Link, PDF oder Foto. Ich unterstütze Sie bei der Textüberarbeitung und setze die Updates um.

Etwas gefunden? Schicken Sie mir Ihre Fundstellen mit dem Stichwort „Text-Update“. Gemeinsam machen wir daraus klare, nachvollziehbare Aussagen.

Text-Update bei Richard Stocker anfragen →

Mehr dazu bei der WKO

Stand: 1. Oktober 2026. Dieser Beitrag bietet eine kompakte Orientierung und ersetzt keine rechtliche Einzelfallprüfung.